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Aktuelles

Nachruf

 

Die Ernst und Friedrich Georg Jünger Gesellschaft und ihr Vorstand trauern um Prof. Dr. Wolfgang Schuller.

 

Professor Schuller ist am 4. April 2020 in Konstanz verstorben. Er war von 1976 an bis 2004 Professor für Alte Geschichte an der Universität Konstanz und viele Jahre Mitglied der Jünger-Gesellschaft. Seine Hauptforschungsgebiete waren die griechische und römische Antike und die Geschichte der DDR. Seine Biographien von Cicero und Kleopatra, sowie sein Buch über die politische Wende 1989 in Deutschland zählen auf ihren Gebieten zu den Standardwerken.

 

Wir erinnern uns gern an Professor Schullers letzten Vortrag in unserem Kreis auf dem Symposium 2019 in Heiligkreuztal, wo er uns aus seiner langjährigen Beschäftigung mit den Tagebüchern von Schmitt, Jünger und André Gide berichtete.

 

Unser Mitgefühl gilt besonders Herrn Prof. Dr. Schullers Familie.

 

 

 

Hundert Jahre gegen Viren

Ernst Jünger wäre am 29. März 125 Jahre alt geworden

 

Alexander Pschera

 

Er erfand den Waldgang, ganz ohne Corona-Krise: Die zweite Hälfte seines langen Lebens verbrachte der Schriftsteller Ernst Jünger im oberschwäbischen Wilflingen und in den umgebenden Wäldern. Ihm wäre es auch nicht in den Sinn gekommen, in Gruppen spazieren zu gehen. Nicht einmal seine Frau durfte ihn auf seinen langen, täglichen Gängen begleiten. Als einsamer Denker zog er seine täglichen Runden durch die Fichtenwälder. Einsamkeit war ein hohes Gut, das es gegen die Zivilisation der Massengesellschaft zu verteidigen galt. Diese Einsamkeit war Bedingung und Realisation von Freiheit in einem. Wir brauchen erst den staatlichen Befehl, um zu dieser Einsicht zu kommen.

 

Doch Jünger kämpfte nicht nur gegen den Virus der Vermassung, sondern auch gegen den der Beschleunigung. In seinem Großessay „Der Arbeiter“ träumte er Anfang der dreißiger Jahren noch von einer hochtechnisierten Welt, in der die Maschinen die Menschen ersetzen sollten. Doch spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg und seinem Maschinenfuror besann sich der Naturforscher Jünger auf den Wert der Langsamkeit. Sein Alterstagebuch „Siebzig verweht“ zeichnet auf, wie sich die Zeit, bewusst erlebt, auffaltet und vertieft. Scheinbare Kleinigkeiten wie Pflanzen am Wegesrand, Lichtreflexe im Geäst und ein winziger Käfer werden dann zu Ereignissen von universeller Bedeutung. Voraussetzung ist allerdings, dass der Beobachter sich auf den Rhythmus der Schöpfung einlässt und ihm nicht zu entkommen sucht. Unsere digital akzelerierte Zeit hätte Jünger als ein Vorzeichen des Untergangs der Zivilisation gesehen, weil sie uns das Sehen austreibt.

 

Es spricht aber auch für Jünger, dass er sich von manchen Viren, denen er als Wirt diente, freimachen konnte. Vom Virus des Nationalismus war er in den Zwanzigern wie so viele andere auch schwer befallen. Er sorgte mit Artikeln und Büchern für seine massenhafte Ausbreitung und schuf damit den Mythos vom soldatischen Autor, der bis heute in den Köpfen vieler Leser feststeckt. Keine Frage: Den deutschnationalen Jünger gab es tatsächlich. Aber es steht ebenso außer Frage, dass Jüngers politisches und persönliches Immunsystem so stark war, auch diese Infektion zu überwinden. Und zwar nachhaltig: Denn Jünger wurde mit der Friedensschrift und später mit Texten wie dem „Weltstaat“ zu einem Vordenker transnationaler, ja sogar transkontinentaler Kooperation – und das, ohne auf sein genuines Deutschsein zu verzichten.

 

Es ist eine Mär, dass Jünger nie krank gewesen ist. Er scheint ein stabiles und robustes Immunsystem gehabt zu haben, das ist richtig. Aber immer wieder finden sich in seinen Aufzeichnungen Bemerkungen zu Migräne, Grippe, Depression. Wie ging er damit um? Ganz einfach: Er arbeitete streng und diszipliniert wie ein Talmudschüler. „Arbeiten, und nicht verzweifeln“ war sein Lebensmotto. Auch wir sollten uns dieses Motto zu eigen machen und aufhören, über die mangelnde Bandbreite des Bundesnetzes zu jammern, das Netflix ruckeln lässt. Wichtig ist dabei, „Arbeit“ nicht als Maloche, sondern ganzheitlich zu verstehen. Zugegeben: Jünger war Angestellter seines künstlerischen Ich. Viele von uns sind das nicht. Sie haben einen Arbeitgeber und verrichten Tätigkeiten, die vielleicht nicht unbedingt zur Selbstverwirklichung beitragen. Aber im Grunde macht das keinen Unterschied. Für Jünger spielte der preußische Pflicht-Begriff eine wichtige Rolle. Andere mögen die Arbeit anders sehen, als Heiligung des Alltags beispielsweise oder wie der französische Schriftsteller Charles Péguy als das Werk, das man vor Gottes Angesicht verrichtet und dem daher immer die höchste Aufmerksamkeit und Sorgfalt gebührt. Diese richtig verstandene Arbeit trug Jünger durch Krisen wie den Ersten Weltkrieg, in dem er unter katastrophalen Bedingungen sein Tagebuch „In Stahlgewittern“ führte und durch den Nationalsozialismus, dem wir unter anderem die „Strahlungen“ verdanken. Warum sollten wir es dann nicht schaffen, eine vergleichsweise harmlose Corona-Quarantäne mit konzentrierter Arbeit zu überwinden?

 

Jüngers Leben lehrt uns noch etwas anderes. Er hatte immer Respekt vor den politischen Amtsträgern, vom französischen Staatspräsident über den Bundeskanzler bis zum Landrat. Nie wäre es ihm in den Sinn gekommen, sein späteres literarisches Schaffen in den Dienst einer platten politischen Aussage zu stellen. Wenn eine Gemeinschaft in eine Krise schlittert, dann ist es oberste Bürgerpflicht, den Anordnungen des Führungspersonals Folge zu leisten. Jünger war ein Mann der Ordnung, und auch wenn er „die Demokratie“ – wenn man in dieser verallgemeinernden Form so sprechen will – durchaus mit einem kritischen Auge sah, so waren der Ordnungswille, der Staatsbürgersinn bei ihm so stark ausgeprägt, dass er Respekt hatte vor den politischen Entscheidungen der Volksvertreter. Lebte er noch, so wäre es ihm sicher nicht in den Sinn gekommen, die Kanzlerin in einer Zeit der allgemeinen Krisenstimmung mit den immergleichen Vorwürfen („Merkel muss weg!“) zu konfrontieren, wie es nicht wenige der Zeitgenossen auf Twitter machen und dadurch nichts anderes beweisen als ihre Kleingeistigkeit und Verbohrtheit. Für Fundamentalkritik ist später noch Zeit. Jetzt geht es, so hätte Jüngers Diktum gelautet, um den Zusammenhalt und um die Rettung des großen Ganzen.

 

Der Autor, so Jünger, schwebt über den Dingen wie der Adler, er gackert und springt nicht herum wie ein aufgeregtes Huhn, das nicht mehr weiß, wo vorne und hinten ist. Zur Autorschaft gehört die Tugend der Désinvolture, der Gelassenheit. Diese fällt beileibe nicht vom Himmel. Man muss sie sich hart erarbeiten. Zur Désinvolture gehört eben auch ein gerüttelt Maß Abstand von den Begierden und Wünschen der eigenen Person. Christlich gesprochen handelt es sich bei der Désinvolture um eine Form von Demut. Und Jünger, der ja bekanntlich wenige Jahre vor seinem Tod zum katholischen Glauben konvertierte, hat in seinen späten Texten immer wieder über diese Haltung der Bescheidenheit, der Zurücknahme der eigenen Person, des Innehaltens des Willens geschrieben. Was ist das, was wir gerade erleben, angesichts der Ewigkeit? Welchen Stellenwert haben unsere kleinen Wünsche und Ziele im heilsgeschichtlichen Gesamtplan? So hätte Jünger geurteilt, wäre in seinen Mantel geschlüpft, hätte seine Schuhe geschnürt und wäre für zwei Stunden im Wald verschwunden, ohne ein Telefon mitzunehmen. Tun wir es ihm gleich. Dann werden wir, wie Jünger es immer wieder vormachte, gestärkt aus der Krise hervorgehen.

 

 

 

 

 

(Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)

 

 

Zu Ernst Jüngers 125. Geburtstag

von Andreas Kleber

 

Auch wenn wir derzeit durch eine unserer schwersten Krisen müssen und wir alle davon betroffen sind, denke ich an einen unserer bekanntesten Stammgäste, der an diesem Sonntag seinen 125. Geburtstag gefeiert hätte, und mit ihm an eines der größten Feste zurück, die wir in der Kleber-Post vor 25 Jahren veranstaltet haben: den hundertsten Geburtstag von Ernst Jünger.

 

Es waren auch anstrengende Tage, speziell für die Küche unter Klaus Aßfalg, aber auch für den Service. Am Abend zuvor reisten viele Teilnehmer an und am darauffolgenden Mittag fand dann das festliche Menü für rund 140 geladene Gäste statt. Zusätzlich wurden im „Goggel“ Sicherheitsbeamte und Chauffeure verköstigt und in der Bar der SWR mit Rolf Hochhuth. Alles musste pünktlich wie die (damalige) Bahn ablaufen, denn Bundeskanzler Kohl empfing abends den israelischen Regierungschef und Bundespräsident Roman Herzog hatte am späten Nachmittag einen Termin bei Weil am Rhein.

 

Abends richteten wir den Empfang, mit großem Zapfenstreich, in Wilflingen aus. Und das Wetter an diesem Tag? Es war eiskalt und schneite.

 

Seitdem er nach dem Zweiten Weltkrieg nach Oberschwaben zog, war Ernst Jünger Stammgast in der Kleber-Post, zuerst bei meinen Eltern und später bei uns. Eine meiner unvergesslichsten Erinnerungen mit ihm war der 4. Juni 1996. Damals durfte ich ihn, den Hundertundeinjährigen, und seine Frau Dr. Liselotte Jünger, auf dem Führerstand eines ICE von Ulm nach Mannheim und retour begleiten. Mit dem ICE 798 „Ludwig Quidde“ ging es hin, mit ICE 793 „Nymphenburg“ wieder zurück.

 

Jünger ist einer jener Zeugen der Zeitgeschichte, bei denen man dankbar ist, dass man ihnen oft begegnen durfte.

 

 

 

Presseschau zu Ernst Jüngers 125. Geburtstag

 

Lange war es in Tageszeitungen und anderen publizistischen Organen still um Ernst Jünger geworden. Seit der letzten Veröffentlichungswelle nach der Arte-Dokumentation „In den Gräben der Geschichte“ von Falko Korth im letzten Jahr wurde der Name Jünger oft nur beiläufig erwähnt. Am vergangenen 29. März jährte sich nun der Geburtstag Jüngers zum 125. Mal und sorgte überraschenderweise für eine große Zahl an journalistischen Nachrufen. Dabei reichte die vielfältige mediale Spanne von klassischen Nachruftexten über kurze Videobeiträge bis hin zu neuartigen Podcast-Folgen. Sowohl große Zeitungen und öffentlich-rechtliche Medien, als auch kleine Blogs und alternative Publikationsorgane veröffentlichten zum 29. März Beiträge, die an den Geburtstag Jüngers erinnerten. So vielfältig wie die Publikationsorte und die Nutzung neuartiger medialer Formate war auch die politische beziehungsweise literaturkritische Spannweite der Nachrufe. Trotz der beobachtbaren verstärkten Ehrung im rechten politischen Lager der Bundesrepublik widmen auch linke Portale Jüngers Werk Beiträge.

 

Die Meinung der Republik bleibt dabei aber gespalten und uneins. War Jünger nun ein rechter Reaktionär, ein radikaler Technikapologet oder ein Gegner des technischen Fortschritts? War Jünger als Autor der „Marmor-Klippen“ ein mutiger Kritiker des Totalitarismus oder als vormaliger politischer Publizist nicht vielmehr einer seiner Wegbereiter? War Jünger als Tagebuchschreiber nun der Zeitzeuge des gesamten 20. Jahrhunderts oder nur ein irrelevanter Käfersammler und Naturfreund? Sicher ist, das von Jünger hinterlassene vielgestaltige Œuvre lässt sich nicht simpel in Schubladen einordnen. Es fällt durch das Raster. Ob Jünger nun von rechts vereinnahmt, von der politischen Mitte gelobt oder von links kritisch beäugt wurde. Jünger bleibt im Gespräch, er polarisiert und regt an zur Diskussion. Das endgültige gesellschaftliche Urteil ist noch nicht gefällt. Aber schon jetzt ist Jünger gerade aufgrund seiner großen Umstrittenheit ein bedeutender deutscher Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

 

Diese Presseschau soll alle deutschsprachigen und im Netz abrufbaren Beiträge an einer Stelle versammeln, um dem Leser zentral einen allgemeinen Überblick über die Vielgestaltigkeit und Multipolarität der Nachrufe zu ermöglichen. Zur Übersicht über die Beiträge klicken Sie bitte hier.

 

Lukas Dieudonné

 

 

ABSAGE JÜNGER-SYMPOSIUM 2020

 

Aufgrund der Corona-Epidemie sehen wir uns leider gezwungen, die diesjährige Tagung der Ernst- und Friedrich Georg Jünger-Gesellschaft vom 3. bis 5. April abzusagen. Dieser Entschluß ist uns nicht leicht gefallen, aber nach Abwägung zahlreicher Aspekte haben wir beschlossen, keine unnötigen Risiken eingehen zu wollen. Die Tagung zu „Jünger und Frankreich“ wird nun voraussichtlich vom 26. bis zum 28. März 2021 stattfinden.

 

Mit bestem Dank für Ihr Verständis,

für den Vorstand, Dr. Alexander Pschera

 

 

 

Neue Ausgabe der Jünger-Debatte erschienen!

Ganz aktuell ist die dritte Ausgabe des Jahrbuchs unserer Gesellschaft, wie gewohnt im Verlagshaus Klostermann, erschienen. Der Band widmet sich dem Thema „Technik und Medien bei den Brüdern Jünger“. Ernst und Friedrich Georg gehören zu denjenigen Autoren des 20. Jahrhunderts, die besonders sensibel auf Entwicklungen im Bereich der Technik und der Medien reagieren. Ernst Jünger hat mit den beiden Essays Die totale Mobilmachung (1930) und Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt (1932) in der Deutung dieser Entwicklungen Maßstäbe gesetzt. Friedrich Georg Jünger hat mit Die Perfektion der Technik (1946) einen eigenständigen, von seinem Bruder durchaus unterschiedenen Zugang zur Technik eröffnet. Das Jahrbuch enthält Aufsätze von namhaften Jünger-Forschern zu diesem Themenfeld, sowie u.a. die Erstveröffentlichung der wortgetreuen Übertragung eines Teiles des Arbeiter-Manuskripts samt Faksimile.

 

Die Informationen des Verlags zum Band finden Sie hier.

 

 

 

Neuerscheinungen zu Ernst Jünger

 

An dieser Stelle möchten wir Sie auf einige interessante Neuerscheinungen hinweisen.

 

Zum ersten eine neue französische Ausgabe von Jüngers Essais. Der von Julien Hervier herausgegebene Band enthält Übersetzungen bekannter Jünger-Texte wie dem Arbeiter, dem Sizilischen Brief an den Mann im Mond, Über den Schmerz, Über die Linie, Der Friede und anderen mehr. Informationen zum Inhalt des Buches finden Sie hier.

 

In diesem Jahr erscheint eine Studie, die das Erlebnis des Ersten Weltkriegs anhand der Einheit schildert, der auch Ernst Jünger angehörte. Das Hannoversche Füsilier-Regiment Nr. 73 galt als Elitetruppe und befand sich während des gesamten Krieges im Einsatz an der Westfront. Matthias Strohn, Historiker an der University of Buckingham, hat mit seinem Buch den Anspruch, aus der persönlichen Sicht von Soldaten, unter ihnen Ernst Jünger, die Geschichte des Regiments und die Schrecken des Krieges menschlich erfahrbar zu machen. Das Buch gibt es voraussichtlich ab November 2020 käuflich zu erwerben.

 

Eine weitere Neuerscheinung stammt von Krzysztof Nawratek, der sich in seiner Forschung mit der aktuellen Krise neoliberaler Vorstellungen von der Stadt beschäftigt. In Total Urban Mobilisation, das schon im Titel auf Jünger anspielt, sucht Nawratek in einer Reihe von Essays nach nicht-marxistischen Alternativen zu einem postkapitalistischen Modell der Stadt, das vor allem die Handlungsfähigkeit der BewohnerInnen erhöht und weniger auf die Akkumulation von Reichtum aus ist. Kapitalismus wird dabei nicht nur als ökonomisches System, sondern als eine Struktur zur Reproduktion bestehender Verhältnisse verstanden. Einen wichtigen methodischen Ausgangspunkt findet Nawratek in Jüngers Konzept des „stereoskopischen Sehens“ und versucht sich en passant an einer Rehabilitation des aus seiner Sicht „undeservedly forgotten“ Denkers Jünger. Näheres zum Buch erfahren Sie hier.

 

Und schließlich liegt voraussichtlich ab Ende April eine Studie vor, die sich Jüngers Schreiben im Kontext des Widerstands gegen den Nationalsozialismus widmet und die besondere Form intellektueller Dissidenz, die Jünger sich zwischen 1933 und 1945 erschrieben hat, anhand der beiden Fassungen des „Abenteuerlichen Herzens“ und des Romans „Auf den Marmorklippen“ untersucht. Der Wiener Germanist Albert Eibl unternimmt in seiner jetzt gedruckt vorliegenden Masterarbeit den Versuch, diese ästhetische Maskierung einer ‚verdeckten Schreibweise‘ als zentrale Kategorie des Jüngerschen Werks offenzulegen. Ein spannender, hier sorgfältig ausgearbeiteter Ansatz. Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.

 

 

 

Strahlungen-Hörspiel im SWR

 

Am 22. März um 18.20 Uhr sendet der SWR eine Hörspieladaption der Strahlungen von Hermann Kretzschmar, eine Produktion des Hessischen Rundfunks. Kretzschmars Hörspiel, das im Mai 2004 von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Bensheim als „Hörspiel des Monats“ ausgezeichnet wurde, beschäftigt sich vor allem mit den Pariser Tagebüchern und versucht sich an einer musikalischen Ergänzung von Jüngers Texten. Der Komponist und Regisseur Kretzschmar selbst sagt über seine Arbeit, hier werde „die Musik – die Kunst, zu der Jünger vielleicht die größte Distanz hielt – neues, unverhofftes Medium des ‚praesentesed invisibiles‘ der ‚Strahlungen‘.“

 

Näheres zur Adaption der Strahlungen lesen sie auf der Seite der ARD-Hörspieldatenbank (hier klicken) und Informationen zum Hörspiel-Programm des SWR finden Sie hier.

 

 

Neuerscheinung: Von Hölderlin bis Jünger. Zur politischen Topographie der Literatur in deutschen Südwesten

 

 

Neue Doku zu den „Marmorklippen“ erscheint bald

 

 

 

ACHTUNG: 300 exklusive DVD-Ausgaben des Films ROT UND GRAU von Francois Lagarde verfügbar!

 

In jahrzehntelanger Arbeit hat Francois Lagarde Fotomaterial aus dem Ersten Weltkrieg gesichtet, unter anderem die Aufnahmen von Jüngers Freund Oskar Kius, und diese, unterlegt von Jüngers Stahlgewitter-Text, zu einer einzigartigen, atemberaubenden und mehr als dreistündigen Montage verarbeitet.

 

Der Film erregte in den französischen Kinos großes Aufsehen. Wir konnten ihn auf der letzten Jünger-Tagung zeigen. Die Resonanz war außerordentlich.

 

Nun hat die Jünger-Gesellschaft eine exklusive Edition dieses großartigen Films herausgegeben, die ab sofort über die E-Mail-Adresse sekretariat@juenger-gesellschaft.com bestellt werden kann.

 

Mitglieder der Jünger-Gesellschaft (oder solche, die es mit der Bestellung werden) zahlen 30 Euro, Nicht-Mitglieder 40 Euro, jeweils plus Porto.

 

 


• Gläserne Bienen: Inszenierung an den Münchner Kammerspielen nach dem Roman von Ernst Jünger

 

 


• Ausstellung: Rudolf Schlichter auf dem Hohenkarpfen

 

 

• Ernst Jünger und Roberto Bolaño: Eine (un)heimliche Konstellation (Vortrag im Ibero-amerikanischen Institut Preußischer Kulturbesitz Berlin)

 

Roberto Bolaño, der wohl wichtigste Autor der lateinamerikanischen Literatur des 21. Jahrhunderts, stellt seine Leser gezielt vor Rätsel. Meisterlich schafft er abgründige Szenarien latenter Gewalt, die sich oft spielerisch und ironisch auflösen. Doch bisweilen schlägt eine Situation um in extreme Gewalt. Sein Stil bleibt stets kühl und lakonisch. Bolaño ist auch ein Meister der Camouflage. Sein Interesse an deutscher Geschichte und deutschsprachiger Literatur ist offensichtlich, doch es war bislang nicht klar, wie eng sein Verhältnis zu Ernst Jünger und dessen Werk tatsächlich war.

 

Dr. Susanne Klengel (Freie Universität Berlin) spricht über eine (un)heimliche Beziehung, die sie in ihrer jüngsten Studie Jünger Bolaño. Die erschreckende Schönheit des Ornaments (2019) untersucht hat.

 

Donnerstag, 2. Mai 2019 um 18 Uhr im Simón-Bolívar-Saal

 

 

• Neue Jünger-DVD erschienen

 

 


• Jünger-Stiftung und Jünger-Haus mit neuem Internetauftritt

 

 

• Systematische Erschliessung des Brief-Nachlasses von Ernst Jünger- Ein Gespräch mit Prof. Dr. Detlev Schöttker

 

 

• Die Erfassung der Wilflinger Bibliothek- Ein Gespräch mit Niklas Dechert vom DLA Marbach

 

 


• Jünger-Namensregister in neuer Auflage – Ein Gespräch mit Tobias Wimbauer

 

 


• Jünger in Russland – Ein Gespräch mit Alexander Ivanov von ad marginem

 

 


• François Lagarde – 1949 – 2016. Ein Nachruf von Julien Hervier / Un eloge funèbre de Julien Hervier

 

 


• Steffen Dietzsch – Hugo Fischers unbekannte Lenin-Biografie (1933) und ihre Neuausgabe 2017

 

 


• Eine neue Pflanzenart wurde nach Jünger benannt – Hieracium juengeri

 

 

 

• Jünger und Hielscher – Interview mit Kurt M. Lehner

 

 

• Interview mit Vittorio Klostermann zur neuen „Jünger-Debatte“
  

 

• Systematische Erschliessung des Briefnachlasses von Ernst Jünger

 

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